Zeremonie im Turm

Das Hochzeitszimmer

Das Hochzeitszimmer ist der Stolz des Förderkreises und des Standesamtes Darmstadt. Es bietet einen außergewöhnlichen Rahmen für Trauungen. Es ist gut vier Meter hoch und mit flach vergoldetem Stuck abgedeckt. Die Wände sind mit einer fürstlichen Hochzeitsszene im Neo-Renaissancestil bemalt. Vor den holzvertäfelten Wänden darunter sind Brautbecher aus dem 19. und 20. Jahrhundert ausgestellt. Seit 1993 bietet der Förderkreis Hochzeitsturm e.V. Brautpaaren die außergewöhnliche Möglichkeit, ihre standesamtliche Trauung im Hochzeitsturm auf dem traditionellen Jugendstilensemble der Mathildenhöhe zu zelebrieren.

Der Hochzeitsbutler

Bei jeder Trauung im Hochzeitsturm garantiert der Hochzeitsturmbutler – für den Anlass stilgerecht in Frack und Zylinder gekleidet – für den reibungslosen Ablauf der Trauung. Er begrüßt die Brautpaare, gibt eine kurze Einführung in den Ablauf der Trauung und trägt Sorge, dass Brautpaar und Gäste rechtzeitig im Hochzeitzimmer erscheinen. 

Wünschen Sie eine Brautbecherzeremonie, dann übergeben Sie dem Butler im Foyer des Hochzeitsturms den zuvor erworbenen Hochzeitsbecher und besprechen mit ihm, wo sich die Gäste nach der Trauung versammeln werden. Dort wird er die Frischvermählten erwarten. Im Beisein Ihrer Gäste erzählt er die Brautbecherlegende und gibt Hinweise auf den symbolischen Charakter dieses Hochzeitsbrauches. Dann reicht er den frisch Vermählten den gefüllten Becher, damit diese ihn gleichzeitig und in gegenseitiger Abstimmung tropfenfrei leeren. Nach der bestandenen Harmonieprobe schließt der Hochzeitsbutler die Zeremonie mit der Überreichung des Bechers und den besten Wünschen für eine glückliche Ehe.

Die Brautbecherzeremonie

Der Brautbecher, auch Hochzeitsbecher genannt, ist ein Trinkgefäß aus dem Braut und Bräutigam mit etwas Geschick gleichzeitig trinken können. Brautbecher sind ein typisches Hochzeitsgeschenk mit dem sich junge Ehepaare, die Fähigkeit schwierige Situationen gemeinsam zu meistern, auf originelle Art beweisen können.

Die Brautbecherzeremonie hat ihren Ursprung in der Silberschmiedestadt Nürnberg. Der Legende nach gab es dort im 16. Jahrhundert das Töchterlein eines Herzogs mit Namen Kunigunde, welche heiß und innig in einen schmucken Goldschmied verliebt war. Da das jedoch nicht den Standesvorstellungen des Edelmanns entsprach, sperrte er den jungen Mann in einen Kerker, um dem Treiben ein Ende zu bereiten. Kunigunde aber weinte, wurde krank und immer schmächtiger. Da erbarmte sich der Herzog und sagte: „Wenn dein Goldschmied einen Becher schmieden kann, aus dem zwei zur gleichen Zeit trinken können, ohne einen Tropfen zu verschütten, so sollst du ihn zum Manne haben.“ Er rechnete dabei nicht mit dem Ehrgeiz und Einfallsreichtum des jungen Mannes, der, durch die Liebe beflügelt, in nur wenigen Tagen einen wunderbaren Rock als Brautbecher formte, wie ihn vorher noch keiner gesehen hatte. Auf diesen modellierte er den Rumpf seiner schönen Geliebten, die mit erhobenen Händen einen kleineren, beweglichen Becher hielt. So war es für die beiden Liebenden ein Leichtes, gleichzeitig aus dem Becher zu trinken, ohne dabei auch nur einen Tropfen zu vergießen. Der Edelmann musste sein Wort einlösen und widerwillig seinen Segen zur Hochzeit geben. 

Für Ihre ganz persönliche Harmonieprobe sind im Shop im EG des Hochzeitsturms diverse Braut­becher aus poliertem Zinn und brillantem, geschliffenem Kristallglas erhältlich. Die Brautbecher werden alle in Handarbeit und unter strengster Qualitäts­kontrolle gefertigt. Auf Wunsch kann Ihr eigener Brautbecher durch Gravur z. B. der Vornamen oder Initialen und dem Traudatum auch individualisiert werden. So trägt der Brautbecher dazu bei, den wichtigsten Tag im Leben eines Ehepaares unvergesslich zu machen. Auf speziellen Wunsch hin können Brautpaare ihre Trauung mit einer persönlichen Brautbecher-Zeremonie durch den Hochzeitsbutler krönen lassen.

  • Die Zeremonie geht auf eine Legende aus dem 16. Jahrhundert zurück.